Lycin's Geschichte

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Lycin's Geschichte

Beitragvon Lycin Xyn » Do 6. Okt 2011, 01:53

Schwungvoll begann er das Pergament zu schreiben, dass einer seiner Diener sp├Ąter in der Stadt aufh├Ąngen sollte, damit er mit seinen Studien an den verschiedenen Rassen dieser Inseln beginnen konnte. Das Eiland von Hachavel. Ein gro├čer Teil der Bev├Âlkerung menschlich, ein anderer Teil versteckt unter ihnen lebend oder aber zur├╝ckgezogen in den W├Ąldern in gro├čen Schl├Âssern oder einfachen H├Ąusern - vampirischer, zentaurischer, satyrischer oder gar faunischer Natur. Doch was Tremubaljan plante war etwas, dass vorher wohl noch nie versucht worden war oder aber einfach keinerlei Erfolg gehabt hatte. Doch um seine Studien ausf├╝hren zu k├Ânnen, fehlten ihm noch die richtigen Studienobjekte, die er sich mit Hilfe seines nun fertig unterzeichneten Aushangs beschaffen w├╝rde.

Bereitwillige Testpersonen gesucht!
Hohe Entlohnung garantiert!

gez.
Prof. Tremubaljan


Zufrieden mit sich selbst und der Welt hatte er sich schlie├člich von seinem Schreibtisch erhoben. Nun galt es abzuwarten, ob sich Freiwillige melden w├╝rden und indes alles vorzubereiten, f├╝r seine Versuche. Er w├╝rde sicherlich gen├╝gend Zeit f├╝r die Vorbereitungen in seinem Labor haben, denn eine geeignete Person zu finden, das war die Kunst bei dem Ganzen. Dabei jedoch musste er sich wohl in Geduld ├╝ben.


Eine Woche sp├Ąter:

Es hatte wirklich und wahrhaftigt eine geschlagene volle Woche gedauert - und man konnte den Professor nicht gerade als die Geduld in Person bezeichnen - bis er seine ideale Testperson ausfindig gemacht hatte. Sie, Inja, war schon aus vielerlei Gr├╝nden ideal: Erstens: sie war mittellos - darum also w├╝rde sie von ihm und seinen Zuwendungen abh├Ąngig sein. Zweitens: Sie war schwanger in einem noch nicht allzu weit fortgeschrittenem Stadium - der Teil, der f├╝r sein Vorhaben besonders wichtig war! und Drittens: Der Ehemann, Zuh├Ąlter, umtriebige Freund oder was auch immer - der Vater des Ungeborenen - existierte nicht mehr, etwas, das sein Vorhaben nochmals erleichterte. Wie gesagt: Die ideale Testperson.

Eben jene besagte Testperson hatte er auch, sobald er sie endlich ausfindig gemacht hatte, in sein Haus eingeladen und sa├č nun mit ihr gemeinsam in dem gro├čen Raum, der dem etwas zerstreuten, aber nicht dummen, Professor Tremubaljan als Arbeitszimmer, Bibliothek und Labor zugleich diente. Keine besonders elegante Mischung, die somit nur noch mehr dazu beitrug, diesen Mann wohl als vollkommen verwirrt zu bezeichnen.

"Diese kleinen Phiolen enthalten den Schl├╝ssel zu unserem Vorhaben, meine Liebe!"


Bei diesen Worten hob er eine der Phiolen ins Licht und zeigte der jungen Schwangeren den rot schimmernden Inhalt. F├╝r diesen Inhalt hatte nicht er selbst Kopf und Kragen riskiert, sondern andere auf die gef├Ąhrliche Reise geschickt und sie sp├Ąter - wenn sie denn lebend wieder kamen - mit einer gestandenen Stange Gold belohnt, auch wenn niemand so recht wusste, woher der Professor ├╝berhauptdas viele daf├╝r n├Âtige Gold nahm.

"Im Grunde ist es absolut genial und dabei so herrlich simpel, dass sogar du es verstehen wirst!"

Dabei l├Ąchelte er der sch├╝chternen jungen Frau zu.

"Es ist wirklich einfach herrlich simpel! Ich m├Âchte mit dir... ├Ąhm.. Euch beiden. Eine neue Generation erschaffen! Eine neue Generation von Mischlingen! Es gibt schon Menschen mit satyrischem Blut, faunischem Blut... Aber was wir drei hier auf die Beine stellen... Nein! Was ich hier erschaffen werde! Das ist etwas vollkommen anderes!"

Irre und begeistert von sich selbst und seiner eigenen Idee l├Ąchelte er Inja an, die sich nochimmer sch├╝chtern in Zur├╝ckhaltung ├╝bte - Einfacher Grund: Sie brauchte das Geld, das dieser Mann ihr geben konnte, egal wie veriwrrt er auch sein mochte.

"Also lass uns sogleich mit unseren Studien beginnen. Je eher, desto besser!"


Meinte Tremubaljan noch und hatte mittlerweile das Blut - denn genau solches enthielten die Phiolen - in einer Spritze entnommen und n├Ąherte sich nun seiner wenig begeisterten und noch weniger informierten Testperson.

"Es wird sicher nicht all zu weh tun! Du wirst es f├╝r die Wissenschaft sicherlich verkraften!"


Mit diesen zuversichtlichen Worten wies er inja schlie├člich mit einer unwirschen geste an das Wams, das ├╝ber dem noch kaum gew├Âlbten Bauch lag, anzuheben. Dies geschehen tastete er mit hektischen Fingern den Bauch ab.

"Ohja, ja, ja, ja, ja, ja,...!"


Ehe er scheinbar das Gew├╝nschte ertastet hatte und die Spritzennadel am Bauch der Schwangeren an genau der ertasteten Stelle ansetzte und tief hineinstie├č, ehe er - die Proteste Injas in seinem Wahn nicht einmal bemerkend - den Inhalt der Spritze in den Bauch bef├Ârderte, zum Embryo hin. Auf das sein Werk gelinge und Fr├╝chte trage!

"So meine Liebe, wir sehen uns in einer Woche wieder! Dein Gold bekommst du einmal im Monat!"

Sprach er noch und lie├č die junge Frau mit diesen Worten sitzen, wo sie gerade war. Mit einem Diener, der darauf harrte, sie hinaus zu geleiten.

Dieses "Spielchen" zwischen der jungen Inja, die auch wegen des Geldes immer wieder kam, und dem Professor sollte sich nun einige Male immer wieder wiederholen, bis schlie├člich der Bauch der jungen Frau deutlich gew├Âlbt war und der Professor in der Lage war, das Blut in die Nabelschnur zu spritzen und auf diese Weise den Werdegang des weiter heranwachsenden Kindes zu beeinflussen. Dass es der Mutter bei diesem Experiment zusehends schlechter ging, tat Tremubaljan als ''im Dienste der Wissenschaft" notwendig und darum nebens├Ąchlich ab.


7 Monate sp├Ąter:

Sieben Monate sp├Ąter sollte es schlie├člich soweit sein, dass das Kind, das mit dem giftigen Blut immer weiter infiziert und gef├╝ttert wurde, das Licht der Welt erblicken sollte.

Doch der Professer h├Âchstselbst sollte von dem nichts mehr erfahren. Sein Gebrauch des Blutes und die Beschaffung dessen hatte dem Eigent├╝mer - einer der beheimateten Vampire - ├╝bel aufgesto├čen und so hatte er sich, kurz vor der Geburt des Kindes, dessen Wachstum und Entwicklung von seinem Blut beeinflusst worden war, des Lebenssaftes des Professors bem├Ąchtigt und jenen Tod in seinem ''Labor'' zur├╝ckgelassen.

Dies war auch der Grund daf├╝r, warum das Kind - sp├Ąter von einem alten Bettler ''Lycin'' genannt - unter einem alten Marktstand, gew├Âlbt unter unz├Ąhligem Obst und Gem├╝se, im Dreck zur Welt kommen sollte. Inja hatte sich eine neue Einnahmequelle suchen m├╝ssen. Ein Kind, dass die eigene Mutter bei der Geburt in den Tod riss - was ja nicht einmal ungew├Âhnlich war - aber auch von niemand anderem aufgenommen werden wollte, sobald man dessen angesichtig wurde.


Und das von diesem Tag an als das Kind eines D├Ąmons und einer lasterhaften Menschenfrau beschimpft wurde, von einem alten Bettler aufgezogen in den Stra├čen der Stadt als eines von hunderten Stra├čenkindern aufwuchs.Bishin zum Tode des alten Bettlers und der Flucht des damals 7-J├Ąhrigen Kindes, Lycin, als blinder Passagier auf einem Schiff. Sp├Ąter ausgesetzt in Lichthafen, wo es seine neue Familie finden, kennen lernen und lieben lernen sollte.

Auf dem Weg in neue Abenteuer!
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LYCIN'S GESCHICHTE
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Re: Lycin's Geschichte

Beitragvon Lycin Xyn » Di 11. Okt 2011, 19:45

Dass sein Werk gegl├╝ckt war, h├Ątte den Professor sicherlich ├╝ber die Ma├čen gefreut. Er hatte es geschafft ein Wesen zu erschaffen, dass dazu verdammt war zwischen Licht und Dunkel zu wandeln - Ein Schattenwesen. Zerrissen von dem Erbe des menschlichen und vampirischen Blutes und dazu verdammt mit dieser B├╝rde zu leben. Doch davon konnte der zu bemitleidende Professor nichts mehr erfahren, ebenso, wie das Kind zu seinem eigenen Gl├╝ck nicht in die wissenschaftlichen Finger des Verr├╝ckten geriet.


Die folgenden Jahre als Stra├čenkind in Obhut des alten Bettlers, Karmin, der sich des Kindes angenommen hatte, waren gepr├Ągt von vielerlei postiven, aber auch negativen Erfahrungen.

Die Gesetze der Stra├če sind hart und dadurch wurde Lycin nicht nur auf Grund ihrer Eigenart zu einem Au├čenseiter und k├Ąmpfte sich nur gemeinsam mit Karmin durch. ├ťberwiegend mit Hilfe von Diebstahl, denn das Erbettelte reichte nicht immer f├╝r beide. Und trotzdem gelang es dem alten, erfahrenen Mann, der selbst einmal ein rechtschaffen gewesen war, das Kind zu erziehen, ihm moralische Werte zu vermitteln: Recht und Unrecht. Auch, dass Diebstahl eigentlich etwas Unrechtes war, wenn man die Reichen bestahl aber trotzdem vertretbar - so die Einstellung des alten Mannes, denn er hasste die Obrigkeit. Sie waren f├╝r sein sp├Ąteres Leid - in seinen Augen - verantwortlich.

Doch immerhin hatte er einen Lichtblick erhalten, mit dem Aufnehmen des Kindes, das keiner hatte haben wollen und das ihm sehr am Herzen lag. Viele Male erz├Ąhlte der Alte dem M├Ądchen Geschichten, M├Ąrchen in kalten N├Ąchten um ein d├╝rftiges Feuer oder eingekuschelt in warme Decken in einem verfallenen Hauskeller, mit denen er sie auf ein anderes, besseres Leben hinwies und auf die Werte, die au├čerhalb des Stra├čenlebens galten. Er wollte eine Basis f├╝r dieses freundliche - wenn auch andersartig und mit be├Ąngstigenden Bed├╝rfnissen ausgestattete - Kind schaffen, auf das es einmal die M├Âglichkeit hatte dieses Leben zu verlassen und ein Besseres zu f├╝hren - nicht ganz ahnungslos zu beginnen. Doch sah er die M├Âglichkeiten niemals in der Geburtsstadt Lycins. Er hatte von vielen Orten geh├Ârt und hoffte das Kind eines Tages dorthin bringen oder zumindest weisen zu k├Ânnen, denn in dieser Stadt w├╝rde sie auf Akzeptanz keine Chance haben.


7 Jahre sp├Ąter:

Der Alte hatte dem Kind so viel von dem vermittelt, was er sch├Ątzte, wie er es nur vermocht hatte in der kurzen Zeit und dem Leben auf der Stra├če, das nun einmal an vollkommen andere Gesetze gebunden war. Hier galten Ehrbarkeit und Ehrlichkeit nichts; mit Dreiste, L├╝gen und Gewalt kam man hier weiter, aber sicherlich nicht mit Moral und Diplomatie.

Doch sollte das Leben des alten Mannes in einer kalten Winternacht sein Ende finden. Karmin hatte um die Neigung Lycins, auch Blut zu sich nehmen zu m├╝ssen, gewusst und sie darum regelm├Ą├čig des nachts einige Zeit fort geschickt, damit sie sich - nachdem sie alt und stark genug war - diese ''Beute'' selbst suchen konnte. Zumal er selbst sp├Ąter nicht mehr dazu im Stande war, dem M├Ądchen das Notwendige zu besorgen. Die Winter hatten ihm schon seit einigen Jahren schwer zugesetzt und so kam es, dass eine klirrend kalte, stille Winternacht seine Letzte sein sollte, w├Ąhrend das M├Ądchen noch auf der Suche war, sein dringendes Bed├╝rfnis zu stillen.

Als Lycin den alten Mann schlie├člich nach einigen Stunden wieder fand, hatte der alte, schwache K├Ârper der grausamen K├Ąlte, die dem Kind so wenig ausmachte, nichts mehr entgegen zu setzen gehabt und die K├Ąlte ihm die letzten Kr├Ąfte geraubt. Doch wollte das Kind nicht verstehen, warum dieser Mann, der nicht nur das Einzige gewesen war, was es besa├č, sondern sogar so etwas wie ein Vater, nun einfach von ihr gegangen war, ohne ein Wort des Abschieds und ohne jegliche Vorwarnung oder gar Anweisung, wie es nun weiter gehen sollte.

Einige Tage lang r├╝hrte sie sich nicht von der Seite des Alten, blieb st├Ąndig bei ihm und hoffte darauf, dass er einfach wieder die Augen ├Âffnete. Doch irgendwann hatte sie nicht nur die Hoffnung darauf aufgegeben, sondern auch Hunger und Durst plagten sie. Zudem hatte der Alte einen anderen, unangenehmen Geruch angenommen, den sie nicht verstehen wollte, aber durchaus kannte und der der sensiblen Nase dieses Kindes absolut nicht behagte. So hatte sie ihn verlassen m├╝ssen in der kleinen Gasse, die sie beide lange zusammen bewohnt und gegen Widerstreiter verteidigt hatten, um sich alleine durch zu schlagen.


4 Monate sp├Ąter:

Wie sie es geschafft hatte weiterhin zu ├╝berleben, wusste sie selbst nicht so genau. Es schien, als habe der alte Karmin dem Kinde aujedenfall eines vermitteln k├Ânnen: Den nie endenden ├ťberlebenswillen. Und genau der Trieb sie dazu weiter zu machen, auch wenn es immer wieder zum Verzweifeln war, da sie nicht immer eine Diebin und Stra├čenkind bleiben wollte. Doch eine Familie zu finden oder zumindest eine Anstellung war in der Stadt mit ├Ąu├čerst engstirnigen B├╝rgern nicht gerade leicht.

''Dich?'', ver├Ąchtliches Lachen, ''Du bist doch diese G├Âre... Von einem D├Ąmon und der Hure! Niemals! Solches Pack brauchen wir hier nicht! Wie hast du ├╝berhaupt so lange ├╝berlebt?!''

Dies war die Reaktion, ebenso wie Pr├╝gel, auf die fruchtlosen Versuche eine Anstellung zu finden und es blieb dabei, dass Lycin auf der Stra├če lebte und ihren Gesetzen folgte. Dabei aber verga├č sie niemals die anderen Dinge, die der Alte ihr erz├Ąhlt hatte, die Geschichten und M├Ąrchen, die sie immer in ihrem Herzen tragen w├╝rde und die wohl auch einen gro├čen Teil ihres - eigentlich immer - freundlichen Wesens ausmachten.

Eines Tages sollte es schlie├člich soweit sein, dass ein Schiff im Hafen angelegt hatte. Eines dieser riesigen Segelschiffe, die weit fort fuhren und nur selten hier vor Anker lagen, Leute von Bord lie├čen oder aber an Bord nahmen und dann teilweise Jahrelang nicht mehr auftauchten.

Eine Chance?

Zumindest sah Lycin es als eine solche an, denn sie hatte begriffen, dass sie hier nicht weit kommen w├╝rde und sehnte sich nach Neuem und vor allem, nach einem besseren Leben. Einer Familie, Geborgenheit. Dinge, die eigentlich f├╝r ein Kind ihres Alters vollkommen normal sein sollten. Aus diesen Gr├╝nden schlich sie sich auf dieses riesige Schiff und versteckte sich unter Deck im Frachtraum, darauf harrend, dass das Schiff endlich ablegte mit ihr und sie fort von ihrer Heimat brachte. Einer Heimat, die sie sicherlich niemals vermissen w├╝rde.


An Bord des Schiffes:

An Bord des Schiffes, dass sie nun fort in neue Lande bringen sollte, in ein neues Leben war sie bem├╝ht niemals unter den anderen Passagieren aufzufallen. Darum hielt sie sich am Tage grunds├Ątzlich immer im Frachtraum auf und ging jedem Seemann, der dort etwas zu besorgen hatte, aus dem Weg um ja nicht bemerkt zu werden.

Doch hatte der Frachtraum auch ein Gutes: Hier gab es alles, was ein Mensch zum Leben ben├Âtigte: Nahrung, Wasser sogar Wein f├╝r den Kapit├Ąn und die h├Âheren G├Ąste sowie Met und Bier. Nur diese eine besondere, andere Zutat die Lycin zum ├ťberleben zus├Ątzlich ben├Âtigte - Lebenssaft - musste sie auf andere Art und Weise beschaffen: Etwas das mehr M├╝he machte, als anfangs gedacht.. Doch schlie├člich hatte sie sich auch keine Gedanken dar├╝ber gemacht, wie lange sie wirklich auf diesem Schiff sein w├╝rde. Niemals zumindest w├Ąre sie darauf gekommen, dass ihr Aufenthalt Wochen, gar 2 Monate w├Ąhren w├╝rde, sodass sie sich dazu durchringen hatte m├╝ssen, einzelne unachtsame Matrosen oder G├Ąste, gar Ratten und Schweine aufzusuchen, um ihren Durst zu stillen und zu ├╝berleben.

Aber sie schaffte es und ├╝berlebte, genoss des Nachts, wenn sie sich an Deck wagte, ihr neues Abenteuer und dachte - wenn sie denn noch an ihre alte Heimat zur├╝ckdachte - nur an Karmin, der sie aufgenommen und gro├čgezogen hatte, weinte im Wind und beim Rauschen der Wellen um den alten Mann und genoss die K├╝hle der Nacht und die Aufregung, auf einem Schiff zu sein, auf dem Weg ins Irgendwo.



Das aprubte Ende einer Schifffahrt:


Es war zu einer Art Gewohnheit geworden, dass sie sich, wenn sie aufwachte, zuerst einmal vollkommen still verhielt, lauschte und schnupperte, ob sich jemand in ihrer N├Ąhe befand, ehe sie sich aufsetzte und schlie├člich gar an den Waren bediente, um zu Essen. Doch an diesem einen Morgen zwei Monate nach Beginn ihrer Schiffsfahrt sollte sie an anderer Stelle aufwachen, statt in dem nach Holz und Meerwasser riechenden Frachtraum: Stattdessen war sie in einer Gasse zwischen Dreck und Ratten aufgewacht. L├Ąrm um sie herum, Menschen die plapperten, ein Markt, unweit von hier. Ger├╝che, die neu und fremd zugleich waren. Seltsame Wesen. Ein Ort, den sie nicht kannte, nicht selbst ausgew├Ąhlt hatte und an dem sie noch ahnungsloser war, als sie es sich je in ihren k├╝hnsten Tr├Ąumen ausgemalt hatte.

Und dies alles nur, weil das angeblich unbemerkte Kind eben doch nicht so unbemerkt geblieben war, wie es gedacht hatte: Den Seem├Ąnnern war nicht nur das abhanden kommen von Nahrungsmitteln, sondern auch der seltsame Tod einiger Passagiere und Seem├Ąnner nicht entgangen. Auch hatten sie in manchen N├Ąchten ein fremdes Kind allein an der Reling stehen sehen, doch immer wenn sie es zur Rede hatten stellen wollen, war es verschwunden gewesen. Ein blinder Passagier war an Bord und dieser sollte nicht geduldet werden.

Als das Kind dann gefunden ward, im tiefsten Schlaf und absolut nicht auf diesem Schiff erw├╝nscht, hatte man die Entscheidung getroffen es in der Stadt - Lichthafen -, in der das Schiff gerade vor Anker lag, auszusetzen und sich somit des ungebetenen Gastes zu entledigen.

Dies war der Grund daf├╝r, dass sich Lycin nach einer zweimonatigen Schiffsreise in einer stinkenden Gasse wieder fand, umgeben vom L├Ąrm eines Marktes, verwirrt und hungrig.


Ein Kind mit einer seltsamen Vergangenheit, gar fragw├╝rdig und noch fragw├╝rdiger die Herkunft seiner eigenen Art. Ein Kind, dass keine Ahnung von dem hatte, was mit ihm geschehen war und noch weniger, warum es war, wie es war und das nun, in Lichthafen, einer neuen und fremden Stadt ein neues Leben beginnen w├╝rde. Auf der Suche nach Geborgenheit, einer Familie, Freunden und auf der Suche nach sich selbst.
Zuletzt ge├Ąndert von Lycin Xyn am So 14. Apr 2013, 09:01, insgesamt 2-mal ge├Ąndert.
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