Zarribaz und Desmodion

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Zarribaz und Desmodion

Beitragvon Zarribaz Vyrin » Do 1. Mai 2014, 11:52

Teil 1.

Das Licht einer einzelnen Kerze flackerte im Kampf gegen die Dunkelheit. Ihr schwaches Licht erhellte lediglich das Gesicht eines alten Mannes, der im Schneidersitz vor der auf dem Boden stehenden Kerze saĂź.
Zarribaz befand sich in einem kleinen und abgeschiedenen Zimmer in Halams Taverne. Die Fenster und Tür waren dicht verschlossen, so dass niemand ihn beobachten oder stören konnte.
In seiner Hand hielt er ein kleines mit seltsamen Symbolen beschriebenes Pergament.
Er hielt das Pergament kurz in die Flamme der Kerze, woraufhin die Flamme das Pergament einzusaugen schien und sich blau färbte.

„Desmodion … bist du das?“, flüsterte der alte Magier in die Dunkelheit.

Auf der anderen Seite der Kerze wurde ein Stuhl zurecht gerĂĽckt und eine Gestalt nahm auf diesem Platz.

„Es wundert mich, dass du mich beschworen hast Onkel...“, unterbrach Desmodion die Stille und legte ein Bein auf das andere, um es sich auf dem Stuhl gemütlich zu machen.

„Ah … Neffe … es war äußerst schwierig dich zu finden. Als ich von deinem Ableben hörte, war ich sofort gewillt dich zu rufen, doch die Toten kannten deinen Namen nicht!“, Zarribaz lächelte, erhob sich und rückte sich nun ebenfalls einen Stuhl zurecht, um darauf platz zu nehmen. Dann strich er kurz über seinen Ring, woraufhin dieser nun den gesamten Raum erhellte.

Vor ihm saĂź Desmodion Vyrin. Der Tot war ihm nicht anzusehen.

Desmodion deutete auf die blau brennende Kerze.

„Ich wäre von einem etwas anspruchsvollerem Zauber ausgegangen lieber Onkel. Ich bin nur ein Phantom und verschwinde sobald diese Kerze erlischt. Hättest du mir keinen echten Körper schenken können?“, der junge Vyrin lächelte seinen alten Onkel an.

Zarribaz hatte sich inzwischen seinen Pfeife gestopft und zündete diese mit einem Schnipsen seiner Finger an. Er zog einmal kräftig an seiner Pfeife und pustete dann langsam den süßlich duftenden Qualm seines exotischen Tabaks aus.

Desmodion blickte sichtlich neidisch auf seinen Onkel. Auch er hatte das Rauchen geliebt.

Der alte Magier streckte die Zunge soweit aus, dass er fast sein eigenes Kinn berührte. Dann tippte er mit dem Mundstück der Pfeife auf die Oberseite seiner Zunge und präsentierte seinem Neffen so eine seltsam anmutenden Tätowierung. Er zog die Zunge wieder ein bevor er weiter sprach.

„Ein Siegel das mich hindert magische Formeln zu sprechen. Dies und die Verbannung waren das Geschenk eines Sultans. Woher hätte ich wissen sollen, dass dieses Schwert hätte purpur brennen sollen und nicht rot? Na ja... zugegeben … ich wusste, dass dieses Schwert eine Fälschung war … dennoch finde ich die Reaktion etwa kleinlich ...“, Zarribaz winkte ab, „Jedenfalls bin ich derzeit etwas eingeschränkt und muss meine Magie ohne Formeln wirken. Du siehst, dass war das beste was ich zu vollbringen vermochte!“.

Zarribaz erwähnte bewusst nicht, dass er es auch gar nicht riskieren wollte seinem gemeingefährlichen Neffen wieder einen Körper zu schenken.

„Nun zu meiner Frage zurück lieber Neffe: Was ist mit Dir geschehen?“, Zarribaz guckte besorgte auf die Kerze, die schnell zu verbrennen schien. Ihnen blieb wohl für heute nicht mehr viel Zeit.

„Du meinst warum die Toten nicht meinen Namen kennen?“, Desmodion hob entschuldigend die Schultern, „Ich habe mich zu meinen Lebzeiten ein wenig mit dem Tod versündigt. Damit meine ich nicht die ungewöhnliche Langlebigkeit unserer Familie. Viel mehr habe ich einen Seelensammler kurzfristig um seine Tätigkeit erleichtert. Ich hielt es daher für angebracht dem Tod vorerst zu entgegehen. Lass mich bitte nicht ins Detail gehen und einfach sagen, dass ich in einer Art Übergangsphase festsitzen und dir wirklich verbunden wäre, wenn du mir einen neuen Körper besorgen und mich wieder ins Leben zurück holen könntest!“.

Zarribaz hob die Augenbrauen und zwirbelte sich kurz den langen grauen und leicht nach oben gebogenen Schnauzbart. Dann zog er nachdenklich an seiner Pfeife. Selbst wenn es ihm gelänge seiner eigenen magischen Fähigkeiten zurück zu erlangen, war er sich nicht sicher ob er einem toten Mitglied seiner Familie ins Leben verhelfen wollte. Er musste hierüber nachdenken.

„Das ist interessant, aber wie kam es überhaupt zu deinem Tod? Was hast du in Goldmond angestellt, dass es jemand geschafft hat dich zu töten?“, der Alte blickte dem Jungen entgegen.

Desmodions breites Grinsen verriet, dass der jung aussehende Magier stolz auf seine letzten Taten war.

„Ich hatte wahre Macht erreicht ehrenwerter Onkel. Eine Macht wie Du sie dir nicht zu erträumen vermagst! Ich hatte eine Armee, angeführt von einem mächtigen Hauptmann. Der Vyrinturm erstrahlte in nie dagewesenem Glanz. Selbst ein Dämon im Körper eines kleinen Mädchens folgte mir. Am Gipfel meiner Macht begann ich damit ein Übel vergangener Zeiten herauf zu beschwören. Ein Übel so mächtig, dass es selbst die Götter hätte erzittern lassen können … aber meiner Geschichte erzähle ich dir nicht heute. Ein letzter Rat noch: Das Wappen der Vyrin könnte sowohl alte Feinde als auch alte Verbündete hervor rufen!“, nach diesen Worten deutete Desmodion nach unten.

Zarribaz Blick fiel auf die Kerze, die nun abgebrannt war und deren Flamme erlosch. Als sein Blick wieder nach oben gerichtet war, sah er nur noch einen leeren Stuhl. Desmodion war verschwunden.

Der alte Vyrin seufzte. Es gab noch so viel zu bereden, doch es würden viele Tage vergehen, bis er wieder in der Lage wäre seinen Neffen zu rufen.

Vorerst musste er sich wohl damit begnügen, das Wappen der Vyrin wieder auf seine alte zerschlissene Kleidung zu nähen. Zarribaz hatte keine Eroberungs- oder Herrschaftspläne. Er wollte lediglich seine Kräfte zurück und Reichtümer ansammeln. Er würde wohl wieder als kleiner Kaufmann beginnen und sich nach oben arbeiten müssen. Dennoch wäre das Gefolge von dem sein Neffe gesprochen hatte, gewiss dienlich hierfür.

Zarribaz wĂĽrde herausfinden, ob die alten VerbĂĽndeten seines Neffen noch lebten.
Zarribaz Vyrin
Landstreicher / Landstreicherin
 
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